Dienste

Harvard Studie: Religiöse Bildung und Wohlbefinden

Religiöse Bildung steht in Zusammenhang mit besserer Gesundheit und Wohlbefinden im frühen Erwachsenenalter, so Harvard-Forscher*innen in einer Veröffentlichung im American Journal of Epidemiology.

Die Teilnahme an spirituellen Aktivitäten in der Kindheit und Jugend kann ein Schutzfaktor für eine Reihe von Gesundheits- und Wohlbefindensergebnissen im frühen Erwachsenenalter sein, so eine neue Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Die Forscher*innen fanden heraus, dass Menschen, die in ihrer Jugend an wöchentlichen Gottesdiensten teilnahmen oder tägliches Gebet oder Meditation praktizierten, in ihren 20er Jahren über eine größere Lebenszufriedenheit und -positivität berichteten und in der Folge weniger wahrscheinlich depressive Symptome, Rauchen, Konsum von illegalen Drogen oder sexuell übertragbare Infektionen hatten – als Menschen, die mit weniger regelmäßigen spirituellen Gewohnheiten aufgewachsen sind.

“Diese Ergebnisse sind sowohl für unser Verständnis von Gesundheit als auch für unser Verständnis von Erziehungsmethoden wichtig”, sagt die Hauptautorin Ying Chen. “Viele Kinder werden religiös erzogen, und unsere Studie zeigt, dass dies ihr Gesundheitsverhalten, ihre psychische Gesundheit sowie ihr allgemeines Glück und Wohlbefinden stark beeinflussen kann.”

Frühere Studien haben die religiöse Aktivität der Erwachsenen mit besseren Gesundheits- und Wohlbefindensergebnissen verknüpft, einschließlich eines geringeren Risikos eines verfrühten Todes.

Für die aktuelle Studie analysierten die Forscher*innen, mehr als 5.000 Jugendliche, im Alter von 8-14 Jahren. Sie untersuchten viele Variablen wie die Gesundheit der Mutter, den sozioökonomischen Status, die Geschichte des Drogenmissbrauchs oder depressiver Symptome, in der Absicht, die Wirkung der religiösen Erziehung zu isolieren.

Die Ergebnisse zeigten, dass Menschen, die in der Kindheit und Jugend mindestens einmal pro Woche an Gottesdiensten teilnahmen später dann als junge Erwachsene (23-30 Jahre), mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 18% häufiger von einem höheren Wohlbefinden berichteten  als diejenigen, die nie an Gottesdiensten teilnahmen. Außerdem war die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich in ihren Gemeinden freiwillig engagieren, um 29% höher und der Konsum illegaler Drogen um 33% geringer.

“Während Entscheidungen über die Religion nicht in erster Linie von der Gesundheit geprägt sind, können für Jugendliche, die bereits religiöse Überzeugungen haben, die Förderung von Gottesdienstbesuchen und privaten Praktiken sinnvolle Wege sein, um sich vor einigen der Gefahren der Adoleszenz zu schützen, einschließlich Depressionen, Drogenmissbrauch und gesundheitlichen Gefährdungen.” sagt Wissenschaftler VanderWeele.

Eine Einschränkung der Studie besteht darin, dass sie hauptsächlich aus Kindern von weißen Frauen mit relativ hohem sozioökonomischen Familienstatus bestand und daher möglicherweise nicht für eine breitere Bevölkerung verallgemeinerbar ist, obwohl frühere Untersuchungen von VanderWeele darauf hindeuteten, dass die Auswirkungen des Besuchs von Gottesdiensten für Erwachsene für schwarze und weiße Bevölkerungsgruppen noch größer sein könnten. Eine weitere Einschränkung war, dass die Studie den Einfluss von Eltern und Gleichaltrigen auf die religiösen Entscheidungen von Jugendlichen nicht berücksichtigte.

Die Studie wurde am 13. September 2018 im American Journal of Epidemiology online veröffentlicht.
Mehr zur Studie:
Religious upbringing linked to better health and well-being during early adulthood – https://www.hsph.harvard.edu/news/press-releases/religious-upbringing-adult-health/

 

 

Jörg Lohrer

Leitungsteam rpi-virtuell am Comenius-Institut Münster. Kontakt: Mail, Twitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.