Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der internationalen PISA-Studie 2006 im letzten Jahr folgt nun der Ländervergleich. Dafür wurden die Ergebnisse von zusätzlich 40.000 Schülerinnen und Schülern ausgewertet. Der Gewinner: Sachsen! Ergebnisse in Kürze Presseberichte Unterschied zwischen PISA und PISA-E Ergebnisse in Kürze Am 18.11.08 wurden die Ergebnisse des Ländervergleichs bekannt gegeben. Die folgende…
PISA-E: Wie haben die Sachsen das geschafft?
Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der internationalen
PISA-Studie 2006 im letzten Jahr folgt nun der Ländervergleich. Dafür
wurden die Ergebnisse von zusätzlich 40.000 Schülerinnen und Schülern
ausgewertet. Der Gewinner: Sachsen!
- Ergebnisse in Kürze
- Presseberichte
- Unterschied zwischen PISA und PISA-E
Ergebnisse in Kürze
Am 18.11.08 wurden die Ergebnisse des Ländervergleichs bekannt gegeben. Die
folgende Kurzzusammenfassung basiert auf der Veröffentlichung "PISA
2006 in Deutschland: Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten
Ländervergleich. Zusammenfassung" (PDF-Datei) – mehr
Ausgangssituation: PISA international und PISA-E
- Untersuchung:
Für den Ländervergleich PISA-E wurde die PISA-Untersuchung erweitert.
Der internationale Test wurde an 230 Schulen mit 5000 Schülerinnen und
Schülern durchgeführt. Für den Ländervergleich wurden zusätzlich ca. 40.000 15-Jährigen an 1300 Schulen getestet.
Naturwissenschaftliche Kompetenz:
Sachsen "setzt Maßstäbe für Deutschland"
- Im internationalen Vergleich liegt Deutschland 2006 deutlich über dem OECD-Durchschnitt.
- Das
beste Länderergebnis erreichten die Schülerinnen und Schüler in Sachsen
mit durchschnittlich 541 Punkten. Am schlechtesten waren die
15-Jährigen in Bremen mit 485 Punkten. Das entspricht einem Unterschied
von etwa zwei Schuljahren.
- Der Anteil der Schülerinnen
und Schüler auf Kompetenzstufe 1 (niedrigste Stufe) oder darunter liegt
im OECD-Durchschnitt bei 19,2 Prozent.
Sachsen schafft es, deutlich darunter zu bleiben und setzt mit 8,5% "Maßstäbe für Deutschland" (S.6.).
- Zur
Unterrichtsmethodik: Ein traditioneller Frontalunterricht im
naturkundlichen Bereich kann hohe Schulleistungen erzielen, weckt aber
wenig Interesse.
Ein stark experimentierender, forschender Unterricht weckt viel Interesse,erzielt aber wenig übertragbares Wissen.
Die
besten Ergebnisse in beiden Bereichen hat ein Unterricht, in dem aus
Experimenten geschlussfolgert wird, eigene Ideen entwickelt und
wissenschaftliche Konzepte auf den Alltag übertragen werden, auch wenn
eigenständige Experimente nicht so häufig vorkommen (S. 14).
Lesekompetenz: Deutschland Durchschnitt, Sachsen fördert am besten
- Hier
lag Deutschland bei der internationalen Auswertung im
OECD-Durchschnitt. Bei der Einzelauswertung liegen einige Länder
darüber, auch immer noch "in sehr großem Abstand zur internationalen
Spitzengruppe". Die schlechteren Länder zeigen zum Teil "problematisch
niedrige Kompetenzwerte" (S.9).
- Auch hier ist wieder
Sachsen vorne dran: Die Gruppe der Jugendlichen mit Lesekompetenz auf
Stufe 1 oder darunter ist mit 11,9% "bemerkenswert klein" (S. 10).
Zum Vergleich: In zehn Bundesländern gehört jeder fünfte, in drei Ländern sogar jeder vierte Jugendliche dazu.
Mathematische Kompetenz: Sachsen auf dem Spitzenplatz
- Deutschland
liegt im international gesehen im OECD-Durchschnittsbereich. Im
Vergleich der Bundesländer hat wieder Sachsen den Spitzenplatz
gewonnen.
- Und: Auch hier hat man es geschafft, die
schlechteren Schülerinnen und Schüler zu fördern, so dass nur 12,3% auf
Kompetenzstufe 1 oder darunter liegen. Wenige andere Länder haben es
geschafft, diesen Anteil auf deutlich unter 20% zu drücken. In den
Stadtstaaten gehört jeder vierte Jugendliche dazu.
Bildungsgerechtigkeit: "Herausforderung für die Zukunft"
- In allen Ländern besteht ein Zusammenhang zwischen dem sozialen Status der Eltern und den Kompetenzen ihrer Kinder (S. 17).
Auch hier jedoch liegt Sachsen signifikant unter dem Mittelwert für Deutschland.
- Jugendliche
mit Migrationshintergrund sind in weiterführenden Schularten
unterdurchschnittlich und in der Hauptschule überdurchschnittlich
vertreten (S. 18).
- "Der Schlüssel zum Erfolg besteht
nach wie vor in der besonderen Förderung kompetenzschwacher
Schülerinnen und Schüler: Niedrige Anteile von Jugendlichen auf
beziehungsweise unter der ersten Kompetenzstufe reduzieren den
Zusammenhang zwischen Herkunft und Kompetenz."
Die Nationale Projektleitung für die Erhebungen 2003 und 2006 in
Deutschland liegt beim Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften
an der Universität Kiel (IPN) – mehr
Die Seitenangaben basieren auf der Veröffentlichung "PISA
2006 in Deutschland: Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten
Ländervergleich. Zusammenfassung" (PDF-Datei) – mehr
Presseberichte
- Neu! Nürnberger Nachrichten:
"Mehr Geld für die Bildung"
"Ministerpräsident Horst Seehofer betonte gestern, Bayern werde alle
Anstrengungen unternehmen, beim nächsten Mal wieder ganz an der Spitze
zu sein." – mehr
- Spiegel:
– "Sachsens Schulen drängen an die Weltspitze" – mehr
– Alle Grafiken – so haben die Länder abgeschnitten – mehr
– "PISA-Quartett" der Bundesländer
"Bei Pisa-E treten die Bundesländer gegeneinander an … Wo punktet Bayern? Wo verliert Bremen? Die Unterschiede
sind enorm, in der Bildungspolitik wie bei der Wirtschaftskraft." (Stand: 17. November 2008). – mehr
- Stern:
"Sachsen hat die besseren Lehrer"
Interview mit Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung- mehr
- MDR:
"Ostdeutsche Länder weit vorn"
Mit ausführlicher Information – mehr
- ZDF:
"Warum Sachsen Klassenprimus ist" – mehr
PISA-E: Die deutsche Ergänzungsstudie zu PISA
Was ist PISA-E?
Der PISA-Test wird seit dem Jahr 2000 in dreijährigem Rhythmus
durchgeführt. Die letzte Runde fand 2006 statt und hatte den
Schwerpunkt Naturwissenschaften. Deutschland erweitert den Test seit
Beginn mit einer nationalen Ergänzungsstudie, "PISA-E". Diese Studie
erlaubt detailliertere Rückschlüsse über einzelne Bundesländern und
Schularten.
Die Ergebnisse von PISA-E wurden am 18.11.2008 vorgestellt.
- Wikipedia: Mehr Informationen zu PISA-E – mehr