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Selbstfürsorge in der Pandemie

Veröffentlicht von Jörg Lohrer am

Pia Lamberty ist Psychologin. Wissenschaftlerin. Autorin. Sie forscht zu Verschwörungsideologien und hat 2020 das Buch geschrieben: “Fake Facts: Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen”. Auf Twitter hat sie nun einige Ideen zusammengeschrieben, wie man in den kommenden Wochen und Monaten auf sich aufpassen kann und die eigene Psyche schützen.

Natur: Klingt banal, aber Zeit in der Natur zu verbringen, hilft dem eigenen Wohlbefinden. Und das geht auch gerade noch während der Pandemie

Pandemietagebuch: Diese Zeit hat ihre Tiefen, Absurditäten, Wortneuschöpfungen. Was jetzt noch Lebensrealität ist, ist in zehn Jahren vielleicht vergessen. Aufschreiben hilft & man kann seinen Kindern später berichten, wie es war – in der Pandemie

CO2-Messgerät bauen oder Gesichtsmasken nähen: Die Zeit ist auch schwierig, weil wir keine Kontrolle haben, was als nächstes passiert. Da hilft es ein wenig, selbst aktiv zu werden. Und Sachen selbst zu machen, die im Umgang mit der Pandemie helfen.

Eskapismus: Wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, lass dir aus dem Weltall vorlesen. Manchmal braucht es einfach was Abstand von der Welt.

Lieben Menschen schreiben: Kontakte sind eingeschränkt, viele vermissen Freund:innen und Familie. Ob Postkarte, Brief oder Telegram: Ein kleiner Gruß zeigt, dass wir nicht alleine sind.

Licht: Der Winter ist dunkel. Das kann nochmal anstrengender werden, wenn man viel zu Hause ist. Mach es dir gemütlich zu Hause. Nutze Licht, wo es geht. Oder wie man in Dänemark sagen würde: Mach es hyggelig.

Gemeinsam einsam: Auch wenn man nicht zusammen Filme schauen kann, geht es zumindest digital. Es gibt Plugins wie Teleparty mit denen man synchron Filme schauen kann. Ist zwar nicht das Gleiche wie ein gemeinsamer Filmabend, aber vielleicht ein wenig Ersatz.

Feier: Offline-Parties sind gerade nicht die beste Idee & viele sind vermutlich mittlerweile was genervt, in einem anderen Zoom-Meeting zu hängen, aber dennoch: Feier die schönen Momente. Mach eine Halloween-Party. Mit dir selbst oder digital mit anderen.

Ab ins Museum: Verschiedene Museen bieten digitale Rundgänge an. So kann man selbst während der Pandemie den Sonntag im Natural History Museum in London oder im National Museum of Modern and Contemporary Art verbringen

Support your Artist: Künstler_innen & Autor_innen leiden gerade unter der Krise. Es gibt Umsatzeinbußen und viel Unsicherheit. Unterstützt sie. Schreibt ihnen was nettes. Kauft ihre Sachen. Schaut ihre Konzerte. Tut euch gut & denen auch.

Solidarität: Die Krise trifft alle, aber die Krise trifft nicht alle gleich. Das gilt für Deutschland und die ganze Welt. Nutze die Zeit und überlege, wie du andere unterstützen kannst. Sei es durch Spenden, Zeit oder Ehrenamt.

Unterstützung: Informiere dich über psychologische Unterstützungsmöglichkeiten. Für dich, aber auch für andere. Achte auf dich und dein Umfeld. Die Zeit ist nicht leicht, das kann Auswirkungen haben. Nehm das Ernst.

Pläne für die Zeit danach machen. Auch wenn die Pandemie uns noch länger begleiten wird, wird sich das Leben (hoffentlich) irgendwann normalisieren. Mach eine Liste mit all den Dingen, die du tun möchtest, wenn wir die Pandemie hinter uns haben.

Das alles löst natürlich weder gesellschaftliche Missstände noch macht es die Pandemie weg. Trotzdem erscheint es jetzt wichtig, auf sich und andere zu achten, um gut durch die nächsten Monate zu kommen.

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Jörg Lohrer

Leitungsteam rpi-virtuell am Comenius-Institut Münster. Kontakt: Mail, Twitter

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