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Michael Blume: Antisemitismus – die unterschätzte Bedrohung

Rezension von Dr. Reinhard Kirste auf Ein-Sichten

Wer immer meinte, der Antisemitismus würde nach den entsetzlichen Bluttaten des Holocaust eher eine Randexistenz führen, muss durch die Ereignisse der letzten Jahre höchst alarmiert sein. Darauf verweist der Religionswissenschaftler Michael Blume mit seinem Buch über die Phänomene des Antisemitismus .
Gerade Internet und soziale Medien „befeuern“ die alten Rassentheorien, die verfälschenden theologischen Begründungen, die Verunglimpfungen und Verschwörungsmythen.
Antijudaismus wurde schon in der Antike für christliche Theologen hoffähig. Der Antisemitismus suchte und fand passende Belege für die Gefahr durch das scheinbar die Weltherrschaft suchende Judentum. Und im 19. Jahrhundert wurde noch einmal kräftig nachgelegt, so dass genügend Motivation für die Machthaber der germanischen „Herrenrasse“ bestand, eine „Endlösung“ zu finden. Und der „besorgte Bürger“ glaubt(e) solchen „Wahr-Sagern“! Als wäre der Holocaust nicht Warnung genug gewesen!

Die Demokratie ist hier besonders herausgefordert, damit nicht die Werte von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit/Schwesterlichkeit unter die Räder der Erfinder „alternativer Fakten“ geraten und damit unter den jüdischen Minderheiten in Europa neue Verfolgungsängste schüren.
Michael Blume hat auf die drohenden Gefahren Menschen verachtender Ausgrenzung so deutlich aufmerksam gemacht, dass neutrale Distanzierung letztlich nicht mehr möglich ist.

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