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Markus – Evangelist aus Syrien

Veröffentlicht von Michael Beisel am

Evangelist Markus, aus dem sog. (Bamberger) Evangeliar Heinrichs II. (um 1000) vor einem Foto des Münsters St. Maria und Markus, Mittelzell Reichenau

Als 21-min-Lehrfilm, der eher abständige Bibel-Überlieferung anschaulich ins Bild setzt, hat “Das Markusevangelium” (FWU 2017) Vorzüge. Hier im 2min-Instant-Lernbaustein. Relevant für Religions-Bildungspläne der Sekundarstufe 1 ist der früheste der kanonischen Evangelisten allemal (vgl.  Suchstichwort “Evangelium” in Baden-Württembergs Bildungsplan mit Treffern bei allen Konfessionen). Mithilfe des Trailers lässt sich nicht nur ein Eindruck der Machart gewinnen: In ein h5p-Lernelement (“interactive video“) eingebaut, können in nur einem Zehntel der Zeit zum Beispiel Lerngelegenheiten von Verständnisfragen bis hin zum (kunst)geschichtsübergreifendem Vergleich  angeboten werden. Herunterladen, Aufgaben für Eigenbedarfe anpassen und in eigene WORDPress-Blogs einbauen ist natürlich möglich (h5p-Erweiterung muss dafür dort installiert sein)

 

Instant-Lernelement direkt abgreifen per QR-Code  (projizieren/ausdrucken->Schülersmartphone). Der Einsatz des Trailers im Unterricht wird dank freundlicher Unterstützung von FWU ermöglicht (siehe “rights of use”).

h5p-Lernelement Markusevangelium (Internet nötig)

 

 

Die didaktische DVD (Best.-Nr. 4611305) kann auf  jeden Fall ein gutes Angebot zum Erst-Einstieg machen. Für die Klassen 7 bis 10 empfohlen, muss es sehr viele Fragen der sog. Einleitungswissenschaft mittransportieren. Das ist einerseits unterrichtlich natürlich nützlich, wenn man z.B. gezielt etwas zur Veranschaulichung der verschiedenen religiösen Gruppen zur Zeit Jesu sucht oder prinzipiell zur Arbeitsweise der Evangelisten als Redakteure. Andererseits ist das Thema Markusevangelium damit womöglich etwas überfrachtet. Auswahlweise versucht der Film am Beispiel Markus u.a. den Zugang zur Gattung Gleichnis als Erzählform für die Reich-Gottes-Botschaft anzubahnen und führt über die Zwei-Quellen-Theorie ein in die Wirkungsgeschichte des Textes. Dabei macht sich eine gewisse “Kanonfrömmigkeit” bemerkbar (also die Orientierung an der kanonisch gewordenen Letztgestalt des Markustextes). Das hat vermutlich mit der überraschend einseitigen Auswahl der präsentierten Experten aus der katholischen Bibelwissenschaft zu tun. So kommt es, dass der für Markus charakteristische offene Evangelienschluss (“und sie fürchteten sich sehr und erzählten niemandem davon” Mk 16,8) zugunsten der nivellierenden späteren Zufügung keine Erwähnung findet. Auch andere typische schriftstellerische Merkmale des Markusevangeliums (z. B. sog. “Messiasgeheimnis”) kommen nicht zur Darstellung. Das Arbeitsmaterial ist sorgsam gestaltet und sprachlich eher anspruchsvoll. Das Arbeitsblatt zu den Gleichnissen legt eine allegorische Zug-um-Zug-Auslegung nahe – für spätere Rezipienten der Jesusbotschaft (zu denen man auch Markus zählen muss) zwar typisch, aber mit der ursprünglichen Jesu Reich-Bottes-Botschaft eher nicht kompatibel. (aus: Medienbegutachtung LMZ Baden-Württemberg)

 

Kategorien: NetzwerkarbeitNews

Michael Beisel

Pfr. Michael Beisel ist Lehrkraft für Evang. Religion am Beruflichen Bildungszentrum Ettlingen.

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